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Salzburger Nachrichten
2007.06.16

Ein Star kehrt an das Mozarteum zurück

SNAngelika Kirchschlager kehrt als Professorin an das Mozarteum zurück. An der Kunstuniversität herrscht allerorts Aufbruchsstimmung. 

THOMAS HÖDLMOSER

SALZBURG (SN). An ihren neuen Titel muss sich Angelika Kirchschlager erst gewöhnen. „Das höre ich heute zum ersten Mal”, sagte die Mezzosopranistin am Freitag, als sie im Mozarteum als „Frau Professor” begrüßt wurde.
Kirchschlager ist „mit einem Rucksack an Erfahrungen”, wie sie sagt, an das Mozarteum zu-rückgekehrt - jene Universität, an der sie am Beginn ihrer Lauf-bahn Klavierunterricht genommen hatte. Ab sofort ist die gebürtige Salzburgerin Gastprofessorin für Gesang.

Kenner beschreiben Kirchschlager als Motivationskünstlerin. Von ihrem Erfahrungsschatz soll künftig der Sängernach
wuchs profitieren. Als klassische Gesangslehrerin sieht sich Kirchschlager nicht. „Mein Unterrichtsfach heißt: Selbstvertrauen, Mut fassen, sich selbst überwinden, atmen.”

Finanziert wird die Professur aus einem Topf des Landes, der mit 250.000 Euro dotiert ist. Es ist die erste Gastprofessur des Landes an der Universität Mozarteum. Das Land bekräftige damit seine Wertschätzung für das Mozarteum, sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ).
Noch nie sei die Bestellung einer renommierten Musikerin so einfach gewesen, sagte Rektor Reinhart von Gutzeit. „Ich habe sie angerufen und sie sagte: ,Ja, ich will.”' Für den neuen Rektor der Kunstuniversität ist das Engagement Kirchschlagers ein weiteres Erfolgserlebnis. Schon seit Monaten herrscht im Haus eine Aufbruchsstimmung wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Im Oktober wurde das neue Haus am Mirabellplatz eröffnet, im Juni folgte die Eröffnung des „Theatrums”, des neuen Hauses für Schauspiel- und Bühnenkunst. Mit „Musikalischen Akademien”, bei denen die Professoren zusammen mit ihren besten Studenten auftreten, und einer Reihe weiterer Veranstaltungen präsentiert sich das Mozarteum regelmäßig der Öffentlichkeit.
Nach einer Zeit der internen Machtkämpfe und Gerüchte um eine Absiedlung von Teilen der Kunstuniversität nach Innsbruck hat sich das Betriebsklima deutlich verbessert. Das bestätigen selbst jene, die zuvor auf der Seite von Ex-Rektor Roland Haas gestanden waren. Haas hatte nach einem Konflikt mit der Spitze des Universitätsrats 2005 freiwillig den Hut genommen.
Doch diese Geschichte scheint angesichts der allgemeinen Euphorie heute beinahe vergessen.
 
(c) Mozart Opern Institut
2007-2010